Die Themen der FWG zur Kommunalwahl 2026
Liebe Groß-Bieberauer, Rodauer und Hippelsbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger,
seit ihrer Gründung vor mehr als 20 Jahren steht die Freie Wählergemeinschaft Groß-Bieberau (FWG) für unabhängige, an den Belangen der Menschen und der Kernstadt und Ihren Ortsteilen orientierte Politik. Unsere Mitglieder und Listenbewerberinnen und -bewerber bringen ein hohes Ausmaß an fachlicher Expertise und sind in Groß-Bieberau vernetzt wie kaum eine andere Partei. Wir kennen die Menschen, wir sehen die Infrastruktur. Wir sind vertraut mit den Finanzen des Haushalts, wir sind ehrenamtlich vielfältig engagiert und daher wissen wir, was getan werden muss.
Nachfolgend finden Sie die Themenkomplexe, die wir als FWG in den nächsten fünf Jahren mit einer starken Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung vorantreiben wollen. Haben Sie Fragen? Sprechen Sie uns gerne persönlich dazu an.
Unsere Themen im Überblick
B38 Umgehung, Verkehr und ÖPNV
Gewerbe
Finanzen
Der Schulstandort Groß-Bieberau
Verlässliche Kinderbetreuung
Ausbau der Kinder- und Jugendförderung / Mehr Einbindung der Jugendvertretung
Die Vereine sind das Herz unserer Stadt
Groß-Bieberau wird bürgernahe Kommune mit einem starken Ehrenamt
Energie, Infrastruktur und Wohnen
Unsere Feuerwehr
Soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden und internationale Partnerschaften
Landwirtschaft und Forst
Die Ortsteile Rodau und Hippelsbach
Kommunikation und Transparenz
Schaffen von Identifikation und Begegnung
Unsere Senioren
B38 Umgehung, Verkehr und ÖPNV
Umgehungsstraße B38 und die Anbindung der MHI
Die Groß-Bieberauer Ortsumgehung darf kein Dauerprojekt bleiben. Wir wollen das Verfahren weiter aktiv vorantreiben, den Dialog mit der Stadt Reinheim stärken und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Landwirtschaft intensiv mit in die Trassenplanung einbezogen wird. Darüber hinaus muss die LKW-Belastung im Ort dringend reduziert werden. Dafür braucht Groß-Bieberau endlich die direkte Anbindung des Steinbruchs der MHI an die B38. Die Beschlüsse und Zusagen liegen seit Jahren auf dem Tisch – jetzt müssen Planung, Grundstückserwerb und Abstimmungen mit MHI und Behörden endlich starten.
Entwidmung Bahntrasse und Entwicklung des Bahngeländes
Beim Thema Bahntrasse fordern wir Offenheit und Klarheit. Die beteiligten Gemeinden sollten transparent darlegen, welche Schritte für eine Entwidmung notwendig sind. Als Ergebnis dieser Diskussion soll eine Entscheidung getroffen werden, wie die Fläche künftig genutzt werden kann – insbesondere vor dem Hintergrund, dass ein wesentlicher Teil des ehemaligen Bahngeländes im Überschwemmungsgebiet der Gersprenz liegt.
Öffentlicher Personennahverkehr
Ein funktionierender ÖPNV ist Grundvoraussetzung für Mobilität im ländlichen Raum. Wir möchten die Bushaltestellen durch die Errichtung von bislang fehlenden Wartehäuschen aufwerten. Einen ersten Schritt dazu haben wir bereits getan, indem wir Gelder in den städtischen Haushalt 2026 einstellen konnten. Außerdem ist es unser Ziel, dass die Tarifstruktur neu verhandelt wird: fast 7€ pro Einzelfahrt nach Darmstadt sind ein Hemmnis – das muss günstiger und fairer werden.
Gewerbe
Nach vielen Jahren des Nebeneinanders ist es höchste Zeit, wieder eine vertrauensvolle Basis der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Gewerbe zu schaffen.
Die FWG setzt sich dafür ein, die Bedingungen für das Gewerbe in Groß-Bieberau spürbar zu verbessern. Dazu gehört zunächst die Einrichtung eines festen und kompetenten Ansprechpartners im Rathaus, der sich zuverlässig um alle Belange der örtlichen Unternehmen kümmert. Darüber hinaus soll künftig bei allen parlamentarischen Entscheidungen ein „Gewerbe-Check“ durchgeführt werden, um die Auswirkungen auf ortsansässige Betriebe frühzeitig zu berücksichtigen. Auch Ausschreibungs- und Genehmigungsprozesse sollen deutlich beschleunigt werden, damit Projekte schneller umgesetzt werden können.
Ein besonderes Anliegen ist der FWG der direkte Austausch zwischen Gewerbe, Politik und Verwaltung. Regelmäßige gemeinsame Gesprächsrunden sollen das gegenseitige Verständnis stärken und Herausforderungen frühzeitig sichtbar machen. Zudem strebt die FWG die Gründung eines „Marktausschusses“ an, der Vertreter der Stadt, des Gewerbes und der Vereine zusammenführt. Dieses Gremium soll das Miteinander fördern, die bereits etablierten Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt und die Kerb koordinieren und darüber hinaus die „Lange Tafel“ als jährliches Fest aller Groß-Bieberauer wiederbeleben.
Die Möglichkeiten zur Ausweisung neuer Gewerbegebiete in Groß-Bieberau sind begrenzt und anspruchsvoll. So liegen zum Beispiel östlich an das ehemalige Bahngelände anschließende Parzellen im Überschwemmungsgebiet der Gersprenz. Dennoch möchte die FWG alle Optionen sorgfältig prüfen und verfügbare Förderprogramme ausloten. Auch neue Flächenpotenziale, die im Zusammenhang mit der geplanten Umgehung der B38 entstehen könnten, sollen frühzeitig beobachtet und bewertet werden. Zugleich wird die FWG bereits jetzt Chancen und Risiken der B38-Umgehung für das Gewerbe analysieren und konkrete Vorschläge erarbeiten, wie die Stadt diese Entwicklung bestmöglich gestalten kann.
Finanzen
Groß-Bieberau ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, und es ist klar, dass eine nachhaltige Haushaltsführung auch in Zukunft oberste Priorität haben muss. Deshalb möchte die FWG die solide Finanzpolitik der vergangenen Jahre konsequent fortführen und dabei auch weiterhin auf eine ausgewogene Balance zwischen Sparsamkeit und notwendigen Investitionen achten. Ziel ist es, die Stadt handlungsfähig zu halten und weitere Einnahmen zu generieren, möglichst ohne die Bürgerinnen und Bürger zusätzlich zu belasten. Um die städtischen Einnahmen zu erhöhen, sollen daher neue Einnahmequellen geprüft und erschlossen werden, beispielsweise durch gezielte Fördermittelakquise oder die Nutzung städtischer Grundstücke und Liegenschaften.
In diesem Zusammenhang wollen wir Einnahmen aus erneuerbaren Energien generieren,
- zum einen durch Pachteinnahmen und Abgaben aus Freiflächensolaranlagen (wie bereits durch das Parlament angeschoben),
- aber auch wo immer möglich durch die Erzeugung von Strom mit Fotovoltaikanlagen auf Dachflächen städtischer Liegenschaften und dessen Veräußerung als „Nachbarschaftsstrom“ zu attraktiven Preisen an unsere Bürger: eine klassische „Win-Win“ Situation.
Gleichzeitig setzt die FWG auf Effizienzsteigerungen in Verwaltung und Prozessen, um vorhandene Mittel optimal einzusetzen. Jeder eingesparte Euro soll bevorzugt in die sinnvolle Instandhaltung und Modernisierung der städtischen Infrastruktur fließen, um den bestehenden Sanierungsstau Schritt für Schritt abzubauen. So soll Groß-Bieberau nicht nur solide finanziert, sondern auch lebenswert und zukunftsfähig gestaltet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Ehrenamt und Eigeninitiativen. Vereine, Bürgergruppen und lokale Projekte tragen entscheidend dazu bei, das Gemeinwesen lebendig zu halten. Die Unterstützung dieser Initiativen ist nicht nur gesellschaftlich wertvoll, sondern kann auch helfen, städtische Aufgaben kosteneffizient umzusetzen.
Ziel der FWG für die Stadt Groß-Bieberau ist es, perspektivisch wieder mutigere Investitionen zu ermöglichen, etwa in nachhaltige Energieprojekte, den Ausbau digitaler Infrastruktur oder in attraktive Freizeit- und Kulturangebote.
Der Schulstandort Groß-Bieberau
Groß-Bieberau ist seit 125 Jahren Schulstandort mit herausragender Bedeutung für unsere Stadt und viele weitere Kommunen im näheren Umfeld. Es ist daher enorm wichtig, weiterhin eng mit der Albert-Einstein-Schule (AES) und der Haslochbergschule zusammenzuarbeiten und eine direkte, kontinuierliche Kommunikation aufrecht zu erhalten.
Die FWG hat gute Kontakte in die Albert-Einstein-Schule. Wir werden diese dafür einsetzen, dass die bereits vereinbarte Kooperation mit dem Fachbereich Politik und Wirtschaft der AES seitens der Stadt Groß-Bieberau weiter ausgebaut wird. Die politische Bildung junger Menschen ist für unsere Demokratie von großer Bedeutung.
Wünschenswert wäre vor diesem Hintergrund auch die Wiederaufnahme der Bereitstellung von Praktikumsplätzen in der Stadtverwaltung für das i.d.R. 14-tägige Schülerbetriebspraktikum: Die FWG wird daran arbeiten, dass dies wieder ermöglicht wird.
Wir werden mögliche gemeinsame Initiativen der AES mit Groß-Bieberauer Vereinen, z.B. in Bezug auf Sozialprojekte, der Konzeption von Websites u.v.m., anregen. Außerdem können wir uns die Einrichtung eines runden Tisches „Bildung & Vereine“ vorstellen, an dem Vertreter von Schulen, Vereinen und Verwaltung regelmäßig zusammenkommen, um beispielsweise die Nutzung der örtlichen Sportstätten zu koordinieren und gemeinsame Projekte zu diskutieren.
Selbstverständlich unterstützen wir als FWG darüber hinaus die Albert-Einstein-Schule in ihrem Ziel, die bestmögliche pädagogische Arbeit zu leisten. Hierzu gehören auch funktionierende Sportanlagen – die bestehende Infrastruktur gilt es zu erhalten und wo nötig zu verbessern und auszuweiten, wie z.B. um eine dringend erforderliche Tartanbahn an der Außenanlage.
Auch die Weiterführung des internationalen Schüleraustauschs ist uns als FWG eine Herzensangelegenheit. Viele Kinder unserer Listenbewerber und Mitglieder konnten im Rahmen dieses einzigartigen Angebots erleben, wie wichtig es ist, andere Kulturen und Länder kennen zu lernen. Dies soll auch in Zukunft so bleiben.
Verlässliche Kinderbetreuung
Groß-Bieberau ist für junge Familien attraktiv: Kinder können hier vom ersten Krippenjahr bis zum Abitur alle Bildungsstufen am Ort durchlaufen. Aufgrund der heute oft erforderlichen Flexibilität bei der Wahl des Wohnorts sind junge Eltern jedoch häufig in der Situation, keine Großeltern in der Nähe zu wissen, die bei der Betreuung der Kinder unterstützen, sollte die Betreuung einmal ausfallen. Eine verlässliche Betreuung von Kindern hat für die FWG daher auch in Zukunft oberste Priorität.
Die Situation in der städtischen Kindertagesstätte hat sich in den letzten beiden Jahren kontinuierlich verbessert. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte die FWG, da sie, für viele unbemerkt, in einer festgefahrenen Situation zwischen der Stadt als Träger der Einrichtung und der Elternschaft vermitteln konnte. Durch unser kontinuierliches Dranbleiben vor Ort und das Einbringen notwendiger Impulse in Politik und Verwaltung konnten zunächst wieder Vertrauen aufgebaut und infolgedessen entscheidende Verbesserungen überhaupt erst angestoßen werden.
Auch im Ausschuss der Ev. Kindertagesstätte war die FWG in der letzten Legislaturperiode vertreten und es ist unser Ziel, diesen Sitz auch in Zukunft wahrzunehmen.
Aufgrund unserer sehr guten Kontakte in die Betreuungseinrichtungen in unserem Ort und den dadurch bedingten guten Einblick in die dort geleistete Arbeit werden wir uns auch in Zukunft mit voller Kraft dafür einsetzen, dass die Angebote zur Betreuung der Kinder in Groß-Bieberau in allen Einrichtungen qualitativ stabil und von der Höhe der Beiträge her auf einem bezahlbaren Niveau bleiben.
Darüber hinaus werden wir Vorschläge erarbeiten, wie das Potenzial ehrenamtlicher Groß-Bieberauer Bürger als Zusatzangebot zur Abdeckung von Betreuungsengpässen genutzt werden kann.
Ausbau der Kinder- und Jugendförderung / Mehr Einbindung der Jugendvertretung
Die Kinder- und Jugendförderung in Groß-Bieberau muss dringend gestärkt und weiter ausgebaut werden. Dass hier Not am Mann ist, zeigte sich im Sommer 2025, als keine Ferienspiele angeboten werden konnten. Aufgrund der Initiative der FWG sprang die TSG Groß-Bieberau hier ein, um ein Notprogramm auf die Beine zu stellen.
Wir werden als FWG prüfen, ob die Stelle der städtischen Jugendpflege ausgeweitet werden kann und welche weiteren kreativen Maßnahmen ins Auge gefasst werden können, um hier zu unterstützen.
Ergänzend hierzu werden wir die Schaffung von mindestens einer weiteren Freiwilligenstelle in der Stadtverwaltung beantragen. Eine solche Stelle, i.d.R. besetzt durch einen Schulabgänger, bringt wichtige Unterstützung bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen durch neue Perspektiven und Ideen und oft damit einhergehend eine positive Außenwirkung für die Kommune. Sie kann außerdem helfen, die Stadtverwaltung bei aktuellen Tätigkeiten zu entlasten und somit Freiräume schaffen für wichtige Projekte oder Initiativen, die liegen bleiben. Hier einige Beispiele:
- Ferienspiele
- Koordination von Projekten mit der AES
- Digitalisierung & Kommunikation
- Zielgruppenorientiertere Ansprache (Social Media Arbeit)
- Zentrale Koordination von Ehrenamt oder Freiwilligen
Die seit 2023 ins Leben gerufene und im November 2025 neu gewählte Jugendvertretung soll die Interessen junger Menschen in unserer Stadt vertreten, indem sie die Möglichkeit erhält, ihre Perspektiven und Anliegen in politische Entscheidungen einzubringen. Leider ist dies bislang nicht wirklich passiert. Die Jugendvertretung muss seitens der Stadt Groß-Bieberau die erforderliche strukturelle Unterstützung erhalten.
Die FWG wird sich daher dafür einsetzen, die Jugendvertretung in Zukunft stärker in die politische Arbeit der städtischen Gremien einzubinden, insbesondere weil in Groß-Bieberau Jugendlichen abseits der Vereinslandschaft nur begrenzte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zur Verfügung stehen und die Jugendvertretung eine direkte Schnittstelle in die Albert-Einstein-Schule hat.
Wir werden als FWG auch weiterhin den Kontakt zur Jugendvertretung aufrechterhalten und mit ihr im Austausch bleiben.
Die Vereine sind das Herz unserer Stadt
Die Groß-Bieberauer Vereine bieten Orientierung, Gemeinschaft und sinnvolle Freizeitgestaltung – sie sind das Herz des Gemeinschaftslebens und bringen Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Berufe und Hintergründe zusammen. Kurz: das zugrunde liegende ehrenamtliche Engagement in den Vereinen - ob z.B. Feuerwehr, DRK oder im Sport - hält unsere Stadt mit am Laufen.
Allerdings sehen sich unsere Vereine vor große Herausforderungen gestellt: fehlender Nachwuchs und eine verbesserungswürdige Zusammenarbeit der Groß-Bieberauer Vereine untereinander. Darüber hinaus wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, die Zeit und Verantwortung übernehmen.
Es ist daher wichtig, seitens der Stadtverwaltung alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Vereine zu unterstützen. Wir sind überzeugt, dass die Vereine bereit wären, diese Unterstützung anzunehmen und eigene Ressourcen mit einzubringen.
Auf kommunaler Seite sehen wir uns allerdings mit finanziellen Engpässen und einem jahrelang gewachsenen Investitionsstau konfrontiert, der gerade die Vereine, die die Liegenschaften der öffentlichen Hand in Groß-Bieberau nutzen, vor teilweise große Herausforderungen stellt.
Wir werden daher eine unbürokratische und einfache Unterstützung für die Vereine einfordern. Dies kann seitens der Stadtverwaltung auf verschiedenen Wegen erfolgen, zum Beispiel durch
- klare Kommunikationswege
- Transparenz hinsichtlich der Ansprechpartner bei Stadt, Schulen, Landkreis
- Unterstützung bei der Suche nach Fördermitteln
- die Organisation vereinsübergreifender Aktionstage, oder
- eine bessere Beschilderung und Sichtbarkeit der vielen Vereinsstätten.
Ausbaufähig ist hier auch die Digitalisierung der zugrundeliegenden Prozesse. Vergabe und Nutzung der kommunalen Liegenschaften und der Turnhallen beispielsweise sind nicht immer transparent, die Homepage der Stadt Groß-Bieberau an vielen Stellen veraltet.
Wir arbeiten bereits an Konzepten, das Ehrenamt zu stärken und stärker wertzuschätzen. Wir selbst werden ehrenamtliches Engagement weiter vorleben und damit Menschen motivieren, sich aktiv einzubringen.
Und selbstverständlich setzen wir uns klar für den Fortbestand der städtischen Vereinsförderung ohne finanzielle Abstriche ein.
Groß-Bieberau wird bürgernahe Kommune mit einem starken Ehrenamt
Ein geschwächtes gesellschaftliches Miteinander ist in vielen Kleinstädten ein reales Thema, so auch in Groß-Bieberau. Die Ortsgemeinschaft und der soziale Zusammenhalt leiden seit Jahren, die Identifikation der Bürger mit unserer Stadt scheint immer mehr abzunehmen. Die Aggressionsbereitschaft hingegen steigt messbar, ebenso das Gefühl, dass es nicht vorangeht im Ort.
Ehrenamtliches Engagement wiederum schafft Identität, Zusammenhalt, Zukunftsperspektive und es ist der Kitt, der uns als Kleinstadt zusammenhält, denn Ehrenamt verbindet Menschen – gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spaltung oder politischer Verdrossenheit. In Groß-Bieberau ist das Ehrenamt keine Randerscheinung, sondern das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens. Die große Anzahl der Vereine unterstreicht dies eindrucksvoll.
Die FWG wird sich in den kommenden Jahren daher mit höchster Priorität dafür einsetzen, Ehrenamt und Bürgerengagement zu stärken und die Einbeziehung der Bürger in die Umsetzung politischer Entscheidungen in Groß-Bieberau zu forcieren. Wir möchten Hürden für das Engagement der Menschen in unserem Ort abbauen und das Ehrenamt attraktiver machen, indem wir seine Anerkennung fördern. Warum ist das so wichtig?
- Wo Anerkennung und Wertschätzung fehlen, droht Frust und Rückzug - wo sie aber spürbar sind, wächst neues Engagement.
- Bürgerengagement schließt Lücken dort, wo die Verwaltung wenig Ressourcen zur Verfügung hat und hilft, die lokale Identität zu stärken.
- Mitgestaltete Lösungen werden i.d.R. besser genutzt, denn die Bürger wissen selbst meist am besten, was gebraucht wird.
Energie, Infrastruktur und Wohnen
Energiekonzepte für Groß-Bieberau
Unser Ziel ist eine Energieversorgung, die wirtschaftlich, ökologisch und lokal verankert ist. Dafür braucht es ein verbindliches Konzept für Wärme, Strom, Speicher und Erzeugung – gemeinsam mit den Nachbargemeinden und insbesondere vor Ort mit einem Angebot für Nachbarschaftsstrom. Bürger sollen von Anfang an beteiligt werden, denn nur so wächst Akzeptanz. Der Startschuss muss jetzt fallen, nicht erst in einigen Jahren.
Die FWG hat vor diesem Hintergrund in der Stadtverordnetenversammlung am 15.12.2025 beantragt, die rein ehrenamtlich arbeitende "Interessengemeinschaft Erneuerbare Fischbach- und Gersprenztal" als beratende Instanz der Stadt Groß-Bieberau im Themenfeld "Erneuerbare Energien" einzubeziehen. Wir sind der Meinung, dass die Stadt Groß-Bieberau diese Möglichkeit, ehrenamtliches Engagement zu stärken, nicht verstreichen lassen darf.
Infrastrukturpflege und Instandhaltung - Straßen, Wege, Brücken
Viele Wege und städtische Bauwerke, wie z.B. Brücken, sind auf den ersten Blick in Ordnung – bis plötzlich umfassende Sanierungen notwendig werden. Ein Beispiel hierfür ist die Tiefgarage am Biberplatz. Hier hat die FWG einen Betrag in den Haushalt 2026 einstellen lassen, um den zu erwartenden Aufwand für die Sanierung zu ermitteln und entsprechend zu beplanen.
Für die Zukunft setzen wir setzen grundsätzlich auf bessere vorausschauende Planung und regelmäßige Instandhaltungszyklen, um Schäden frühzeitig zu vermeiden und langfristige höhere Ausgaben zu sparen: früh handeln und zeitnah instand setzen spart Geld und verhindert zudem Risiken für die Bürger.
Schaffung von Wohnraum
Groß-Bieberau braucht Wohnraum, den sich die Menschen leisten können. Wir setzen uns dafür ein, Baugebiete maßvoll zu erweitern, die Möglichkeiten von „Tiny Häusern“ eingehend zu prüfen und gleichzeitig brachliegende Gebäude sowie Innenbereichsflächen und Bestandsgebäude zu aktivieren.
Eigentümer und Investoren sollen seitens der Stadt Groß-Bieberau aktiv angesprochen werden, um Leerstand zu vermeiden bzw. zu schließen und so die Möglichkeit für neuen Wohnraum zu schaffen.
Bessere interkommunale Zusammenarbeit
Was eine Gemeinde allein - und daher oft teuer - stemmen muss, kann im Verbund oft schneller und effizienter funktionieren. Ob Bauhof-Geräte, Flurgrenzen oder Infrastrukturfragen: wir wollen die Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen prüfen und - wo möglich und sinnvoll - wiederbeleben. Ein partnerschaftlicher Austausch schafft Entlastung auf beiden Seiten und stärkt die Region.
Unsere Feuerwehr
Die FWG wird die Feuerwehr in Groß-Bieberau und Rodau auch weiterhin aktiv und kontinuierlich begleiten. Wir erkennen die unverzichtbare Bedeutung der Feuerwehr für die Sicherheit und das Wohl Groß-Bieberaus und seiner Stadtteile an. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Einsatzkräfte bestmöglich ausgestattet und arbeitsfähig bleiben.
Soweit es sachlich begründet und finanziell tragbar ist, werden wir die erforderlichen Haushaltsmittel bereitstellen, um den aktuellen Ausrüstungsstand zu erhalten und gegebenenfalls gezielt zu modernisieren. Dabei geht es auch um Schulungen, Wartung, Schutzkleidung und insgesamt die Sicherstellung einer zeitgemäßen Einsatzbereitschaft, damit Groß-Bieberau auch in Zukunft auf eine starke Feuerwehr zählen kann.
Soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden & internationale Partnerschaften
Das Zusammenleben in unserer Stadt wird seit jeher auf eine besondere Art und Weise geprägt durch ein Netzwerk kirchlicher und sozialer Einrichtungen. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde, aber auch soziale Träger wie die in Groß-Bieberau tätigen Pflegedienste (allen voran die seit über 110 Jahren in Groß-Bieberau ansässige Diakoniestation), REAS, das Diakoniezentrum Groß-Bieberau e.V. oder der Wohnverbund der Nieder-Ramstädter Diakonie tragen entscheidend zu einem stärkeren Miteinander bei.
Ihr Wirken ist von der Fürsorge für die Menschen vor Ort geprägt. Um diese bedeutende Arbeit langfristig zu sichern, setzen wir uns auch in Zukunft dort, wo es erforderlich ist - beispielsweise bei der Lebensmitteltheke – für eine gezielte Unterstützung durch die Stadt Groß-Bieberau ein. Auch ist es für die FWG das Ziel, weiterhin Vertreter in den Ausschuss der Evangelischen Kindertagesstätte und das Kuratorium der Diakoniestation zu entsenden, um die jahrelange gute Zusammenarbeit fortzuführen.
Gleichzeitig wollen wir durch eigene Initiativen weiter aktiv dazu beitragen, Vorbehalte gegenüber geflüchteten Menschen oder Mitbürgern mit geringem Einkommen oder Beeinträchtigungen abzubauen.
Die Kontakte der Stadt Groß-Bieberau zu unseren Partnerstädten, allen voran Montmeyran und Millstadt, sind ein wichtiger Beitrag zum Austausch und der Pflege von internationalen Beziehungen. Durch Begegnungen und Austausch lernen Menschen andere Kulturen kennen und bauen Vorurteile ab. Kommunen können voneinander lernen, z.B. in Sachen Stadtentwicklung, Klimaschutz oder auch Digitalisierung. Gemeinsam entwickelte Initiativen wie Schüleraustausch, regelmäßige Besuche oder auch die Teilnahme an Veranstaltungen (wie z.B. die "lange Tafel") schaffen persönliche Begegnungen, die oft den Grundstein für über Generationen andauernde Freundschaften bilden.
Landwirtschaft und Forst
Unsere land- und forstwirtschaftlichen Wege müssen künftig regelmäßig gepflegt werden. Das entspricht den berechtigten Anliegen der Landwirte und ist zugleich langfristig günstiger für die Stadtkasse. Die FWG, die seit jeher eine große Nähe zu den Groß-Bieberauer Landwirten hat, wird sich aktiv in dieses Thema einbringen.
Darüber hinaus gilt es sicher zu stellen, dass die Landwirte bei der Planung der B38 Ortsumgehung einbezogen und möglichst wenig durch den Verlust wertvoller Ackerflächen belastet werden. Aus diesem Grund unterstützen wir die Ziele der bestehenden Bürgerinitiative „JETZT – Ortsumgehung B38 Groß-Bieberau“.
Die Ortsteile Rodau und Hippelsbach
Rodau und Hippelsbach bewahren sich als Ortsteile ihren eigenen Rhythmus. Die Wege sind vertraut, die Gesichter bekannt - es hat sich dort eine Gemeinschaft entwickelt, die Zusammenhalt nicht erklären muss – man spürt ihn einfach.
Und doch sind beide Ortsteile eng mit der Kernstadt verbunden: viele Menschen engagieren sich auch dort, bringen Ideen ein und gestalten das Miteinander aktiv mit. Somit stehen Rodau und Hippelsbach für sowohl Eigenständigkeit als auch für Zugehörigkeit. Daher treffen die vorgenannten Punkte für unsere beiden Ortsteile ebenso zu.
Die Aufwertung des Friedhofes in Rodau steht schon lange bevor und sollte nun zeitnah umgesetzt werden. Dies wird durch die FWG unterstützt und befürwortet. Möglichkeiten, um die Hippelsbacher Anliegen zu erfüllen, liegen uns auch in der neuen Legislaturperiode am Herzen. Dafür haben wir immer ein offenes Ohr.
Kommunikation und Transparenz
Gerade in kleinen Ortschaften wie Groß-Bieberau und seinen Ortsteilen entscheidet Kommunikation oft stärker als in großen Städten darüber, ob Vertrauen, Zusammenarbeit und Gemeinschaft funktionieren. Wenn Entscheidungen, Pläne oder Konflikte – insbesondere durch die kommunale Politik – nicht offen kommuniziert werden, entstehen schnell Gerüchte und Misstrauen.
Wir wollen gemeinsam mit allen politischen Mandatsträgern dafür sorgen, dass Verwaltung, Politik und Bürgerschaft zu einer Gemeinschaft werden, die miteinander statt übereinander redet, dabei menschlich bleibt - und wo Aggression keinen Platz hat.
Wir werden daher auch künftig unseren offenen „FWG-Stammtisch“ als Austausch mit allen interessierten Bürgern anbieten. Außerdem ist es unser Ziel, den Mängelmelder als Kommunikationskanal zu optimieren. Hier ist es dringend erforderlich, größere Transparenz bzgl. der Verantwortlichkeit und des Bearbeitungsstands herzustellen.
Schaffen von Identifikation und Begegnung
In einem kleinen Ort wie Groß-Bieberau und seinen Ortsteilen bedeutet Identifikation Zugehörigkeit, Wir-Gefühl und emotionale Verbundenheit – es geht also nicht nur um den Ort, in dem man wohnt, sondern um ein Gefühl von Heimat, Sicherheit und Bedeutung.
Identifikation entsteht, wenn Menschen sich zugehörig fühlen und das Gefühl haben, „man kennt sich, man hilft sich“. Identifikation wird im Übrigen auch immer mehr zum Standortfaktor: ein Ort mit starker Identität ist attraktiv für neue Familien, für Betriebe, für Tourismus und Kulturförderung.
In kleineren Orten wie Groß-Bieberau hängt das soziale Gefüge im Übrigen stark von persönlichen Beziehungen und Vorbildern ab, Menschen orientieren sich an lokalen Autoritäten. Wenn diese unglaubwürdig oder desinteressiert wirken, sinkt das Vertrauen in Institutionen wie Politik oder Kirche - und gemeinschaftliche Initiativen wie z.B. Vereine. Das stille Leitmotiv heißt dann: „Wenn die das nicht ernst nehmen, warum soll ich dann?“
Früher traf man sich in Groß-Bieberau automatisch – beim Einkaufen, im Verein, in der Kirche. Heute erledigen viele Menschen vieles digital oder pendeln zum Arbeiten in andere Städte. Auch sind Begegnungsräume immer weniger geworden: Gaststätten, Jugendräume, innerörtliches Gewerbe – Orte, wo echte Begegnungen möglich waren, gehen mehr und mehr verloren. Gemeinsam mit dem neuen Bürgermeister, dem Magistrat und im Austausch mit den Bürgern wollen wir in der Kernstadt und den Ortsteilen bestehende Begegnungsräume, an denen Menschen sich treffen, austauschen und vernetzen können, stärken – und da, wo Bedarf besteht, prüfen, wie neue geschaffen werden können.
Wir wollen als FWG mit einer starken Fraktion im neuen Parlament gemeinsam mit dem neuen Bürgermeister dabei helfen, ein soziales Fundament zu bauen, das aus Groß-Bieberauer Bürgern wieder eine Gemeinschaft mit einem „Wir“-Gefühl macht – und aus Groß-Bieberau ein Zuhause.
Unsere Senioren
Unsere Gesellschaft verändert sich. Sie wird digitaler, schneller – und älter. Doch viele ältere Menschen fühlen sich abgehängt: durch komplizierte Behördenwege, fehlende Barrierefreiheit oder mangelnde soziale Anbindung, die zu Einsamkeit führt. Da unsere Kommune Verantwortung für alle Generationen trägt, wollen wir dafür sorgen, dass in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat Aspekte wie wohnortnahe Versorgung, sichere Mobilität, soziale Treffpunkte und verständliche digitale Angebote im Fokus bleiben. Ein würdiges Leben im Alter ist kein Privileg – sondern ein Recht.
